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Es empfiehlt sich,
ein DEMS zunächst für die Realisierung unstrukturierter und
semi-strukturierter Geschäftsprozesse einzusetzen. Hier ist dank
kurzer Realisierungsdauer der Nutzen direkt demonstrierbar. Stark
strukturierte Prozesse werden typischerweise bereits mit vorhandener
Standard-Software unterstützt, wie etwa SAP Business Suite oder Oracle e-Business Suite.
Einer IBM-Studie
zufolge fallen lediglich rund 2,5% aller Geschäftsprozesse in die
Kategorie "hochgradig komplex", während etwa 22,5% als "moderat
komplex" (bis zu 200 Prozessschritte) einzustufen sind und die
restlichen 75% als "unkomplex" bezeichnet werden können. Die
letztgenannte Gruppe von Geschäftsprozessen wird oft auch mit dem
Etikett "Excel- und E-Mail-Prozesse" versehen, da es sich zum
grossen Teil um administrative Geschäftsprozesse handelt, für die
keine formalen Prozessbeschreibungen existieren und die kaum
strukturiert sind.
Hochgradig
komplexe Geschäftsprozesse sind, unabhängig von der Branche, in der
Regel auch hochgradig automatisiert. Nur wenige Personen sind im
Prozessablauf involviert und greifen in den Ablauf ein. Der Gegenpol,
die unkomplexen Geschäftsprozesse, enthalten nur wenige oder keine
automatisierten Teilprozesse. Die Prozessausführung wird von den am
Prozess beteilgten Personen gesteuert.
Im Hinblick auf
die zeitliche Dimension fallen hochgradig komplexe Prozesse
überwiegend in die Kategorie der „Kurzläuferprozesse“ mit einer
Ausführungszeit von Stunden bis zu wenigen Tagen. Im Gegensatz dazu
kann sich die Ausführungsdauer schwach strukturierter Prozesse
durchaus über Jahre hinweg erstrecken.
Ein DEMS entfaltet
zweifellos den grössten Nutzen bei der Modellierung und Ausführung
semi-strukturierter und unstrukturierter Geschäftsprozesse, deren
Ausführung massgeblich von Menschen gesteuert wird.
Die Flexibilität
der Prozessausführung wird gewährleistet, da Prozesse auch während
ihrer Ausführung noch modellierbar sind. Der Prozessfluss ergibt
sich gewissermassen Schritt für Schritt. Die bisherigen
Arbeitsmuster können im übertragenen Sinn beibehalten werden.
Spreadsheets, Textdokumente usw. können nach wie vor als
Informationsträger dienen, wobei allerdings das DEMS an die Stelle
des E-Mail-Transports tritt. Ein entscheidender Vorteil wird dadurch
gewonnen: der Prozessablauf wird nachweisbar, und damit ist auch
Compliance mit gesetzlichen und/oder betrieblichen Regelungen prüfbar
und nachvollziehbar.
In der Gesamtschau
ist ein DEMS vor allem für Anwendungsbereiche geeignet, die einen
hohen Anteil an schwach strukturierten Geschäftsprozessen aufweisen
und die einer häufigen Änderung unterliegen. Dazu zählen
insbesondere Bereiche wie Innovations-Management, Beschwerde-Management und Customer Onboarding.
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